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Bartholomaei Kirche

Die Bartholomaei Kirche in Altenburg ist eine evangelische Hallenkirche. Sie ist die ältestes Kirche der Stadt und ein steinerner Zeuge der Reformation. Ihr Vorgängerbau wurde bereits 1215 das erste Mal erwähnt.

Bartholomaei-Kirche

Missionierung der Sorben

Die Kirche diente der Missionierung der in diesem Gebiet ansässigen Sorben. Einer Volksgruppe, die noch heute in der Lausitz anzutreffen ist. Zu diesem Zweck wurden um 950 Benediktinermönche aus Zeitz und Regensburg mit der Glaubens Konvertierung beauftragt. Das Gebiet um den Brühl mit der Kirche Bartholomäi, stellte damals die Keimzelle der Stadt Altenburgs dar.

Anfänge als romanische Saalkirche

St. Bartholomäi geht auf eine romanische Basilika zurück, die 1100 erbaut wurde. Römische Basiliken stellen die architektonische Uhrform aller Kirchenbauten dar. In ihnen wurden früher Handelsgeschäfte durchgeführt und Gericht gehalten. Aus diesen frühzeitlichen Hallenbauten entstanden und orientieren sich später die christlichen Kirchenhäuser. Die Bartholomaei-Kirche verfügte über ein Langhaus mit Chor und einem Westturm. Aus dieser Zeit stammt auch die gut erhaltene Krypta der Kirche mit ihrem Kreuzgratgewölbe und einer halbrunden Apsis.

Mehrmalige Umbauten

Um 1430 wurde das Gotteshaus von den reformatorischen Hussiten zerstört, die den damaligen Ablasshandel der katholischen Kirche zur Vergebung der Sünden kritisierte. Der tschechischer Reformator und Anführer Jan Hus, beeinflusste in seinen Ansichten maßgeblich auch Martin Luther. 1459 stellte man das Haus als dreischiffige gotische Hallenkirche wieder her. Der heute erhaltene barocke Kirchenturm geht auf einen Neubau von 1668 zurück und kann auch bestiegen werden. Die beiden Vorgänger-Türme stürzten ein bzw. wurden abgetragen.

Martin Luther predigte in der Bartholomäi-Kirche

Die Kirche war schon früh ein fester Zeuge der Reformation. 1522 wurde auf Bitten der Bürger von Altenburg erstmals ein Prediger für die nun evangelische Kirche berufen. Auch Martin Luther selbst hielt hier Predigen ab und schloss sogar die erste Priester Ehe. In der Folge zog es weitere bedeutende Reformatoren, darunter Wenzelaus Linck und Georg Spalatin nach Altenburg.

Der Reformator Georg Spalatin

Spalatin wurde in Spalt bei Nürnberg im Bistum Eichstätt 1484 geboren. Er gehörte zu den bedeutendsten Reformatoren in Deutschland neben Martin Luther. Er studierte an der Universität Erfurt und erwarb dort den Baccalaureus Grad um 1499. 1503 folgte sein Magister Abschluss an der neuen Universität Wittenberg. Es folgten Vertiefungen in Recht und Theologie in Erfurt sowie seine Priesterweihe um 1508.

Georg Spalatin in Altenburg

Nach Stationen im Schloss und der Universität Wittenberg wurde Spalatin 1515 Chorherr des St. Georgenstifts zu Altenburg. Der Herzog Johann der Beständige aus dem Wettiner Adel schätzte die Arbeit Spalatin sehr und berief ihn 1525 zum Stadtpfarrer und drei Jahre später sogar zum leitenden Geistlichen des Kirchenkreises (Superintendent). Spalatin wurde 1545 in Altenburg beigesetzt. Im Chorraum der Bartholomäi-Kirche erinnert eine Marmorplatte an sein Grab. Seine Gebeine gelten jedoch als verschollen.

Innenraum der Bartholomäi-Kirche

Die Kirchenorgel stammt vom Orgelbauer Friedrich Ladegast aus Zettlitz aus dem Jahr 1881. Sie verfügt über 44 Register und 2554 Pfeifen. Das Geläut besteht aus drei Glocken aus Bronze, die den Turmeinsturz von 1659 und die Kriegszeiten im 20. Jahrhundert überstanden hatten. Nach Restaurierungen erklingen Sie nun wieder im alten schönen Klang. Besuchen Sie gerne den Gottesdienst der evangelischen Gemeinde Altenburg.

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Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte sowie Altenburg.

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