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Burg Posterstein 800 Jahre alte Ritterburg auf einem Bergsporn

Die Burg Posterstein liegt am Tal der Paitzdorfer Sprotte im Altenburger Landkreis. Das 800 Jahre alte Rittergut liegt auf einem Bergsporn und enthält ein Museum.

Erste Erwähnung

Die erste Erwähnung der Burg Posterstein findet sich in einer Urkunde aus Naumburg (Saale) aus dem Jahr 1191. Darin ist die Rede von Gerhardus de Nubodicz, seiner Mutter Mechthilde de Steinne sowie dem Ort Nöbdenitz (bis 1575 im Besitz der Familie), kurz vor der Ortschaft Posterstein. Nubodicz war Reichsminister unter Kaiser Barbarossa. Der Bergsporn am Flüsschen Sprotte erwies sich als strategisch günstiger als das bisherige Anwesen in Nöbdenitz und so wurde die Burg Posterstein erbaut. Nach Nubodicz waren bis 1306 verschiedene andere Adelige im Bitz der Burg. Darunter Ritter Gerhard der Mittlere und Eberherd von Stein.

Wettiner und Reußen

Im 14. Jahrhundert wurde die Burg Reichslehn der reußischen Vögte (adeliger Beamter). Das Haus Reuß war ein böhmisches Uradelsgeschlecht im nach ihm benannten Vogtland. Die Lehenspflicht bestand bis ins 18. Jahrhundert und wurde sogar an den Böhmischen König als Schutz gegen die Wettiner aus Meißen übertragen. Das konkurrierende Adelshaus der Wettiner übte vom neu geschaffenen Amt Altenburg und dem Schloss die Kontrolle über Ihr benachbartes Gebiet aus. 1528 wurde die Burg von Nickel von Ende an die Familie von Pflugk verkauft, die sie dann bis 1718 in ihrem Besitz hielten. Aus dieser Zeit stammt auch der Name der Burg, der sich von „Postern zum Steine“ zu Posterstein entwickelte.

Familie von Pflugke auf der Burg Posterstein

Unter den Pflugks wurde das Anwesen und die Burgkirche ausgebaut und Markt- sowie Bergbaurechte erworben. Es entwickelte sich Ort Posterstein mit seinem Markt und ansässigen Handwerkern. Um 1724 wurde Reichsgraf Jakob Heinrich von Flemming, ein enger Vertrauter August des Starken und hoher Staatsdiener neuer Besitzer der Burganlage. Zuletzt war Familie Herrmann 1833 und 1945 Burgherren auf Posterstein. Auf dem neu entstandenen Saatzuchtgut machte zwischen 1917 und 1919 der Schriftsteller Hans Fallada eine Ausbildung. 1946 ging die Burg im Zuge der Bodenreform in Staatsbesitz über und wurde ein Kinderheim und Museum.

Museum in der Burg Posterstein

Im Zuge mangelnder Baupflege und Wassereinbrüche erfolgte 1952 der Abriss des Nordflügels. Zwischen 1891 und 1991 unterzog man der Burg Posterstein schließlich einer gründlichen Restaurierung. Die Burg mit dem begehbaren Burgturm, Burgkirche sowie das Museum mit wechselnden Ausstellungen können ganzjährig besichtigt besucht.

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Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte sowie Altenburg.

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