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Schloss Blankenhain Museum: Die Geschichte der Landwirtschaft

Das wunderschön gelegene Schloss Blankenhain mit seinem Landwirtschaftsmuseum ist Teil eines ehemalige Ritterguts in der Nähe von Crimmitschau in Sachsen.

Schloss Blankenhain
Schloss Blankenhain

1423 wird Schloss Blankenhain erstmals erwähnt

Die Ursprünge des Rittergutes (Landgut) sind eng mit dem Ort Blankenhain verbunden. Sie reichen zurück zur ersten Besiedelung des Pleißenlandes durch deutsche Siedler im 12. Jahrhundert. Als erster adeliger Gutsbesitzer kann Ludewik von Blancken (1316) nachgewiesen werden. Urkundlich erwähnt wurde das Wasserschloss erstmals 1423 unter Sophie Blangkynn. Aus dieser Zeit stammt auch die Wehranlage. 1700 wurde das Schloss nach einem Brand, 39 Jahre zuvor, neu aufgebaut und um Wirtschaftsgebäude ergänzt. Die barocken Turmhauben sowie das Mansarddach von 1765 sind im Originalzustand erhalten geblieben. 1774 wurde der erfolgreiche Textilfabrikant Gottlob Scheuereck neuer Besitzer des Gutes.

Der Textil Fabrikant Gottlob Scheuereck wird neuer Besitzer

Scheuereck betrieb eine Klöppelspitzen-Manufaktur in Annaberg-Buchholz. Er stifte u. a. ein Armenhaus im Ort und ließ sich 1785 in einem Mausoleum byzantinischen Stils auf dem Friedhof Blankenhain beisetzen. Seie Erben veräußerten das Anwesen an den aus Hof stammenden Fabrikanten Friedrich Wilhelm Zacher (1861) unter dem es bis zum 1. Weltkrieg einen Aufschwung erlebte. Von 1924 bis 1945 bewohnte der Fabrikbesitzer Friedrich Wilhelm Zacher aus Leubnitz das Anwesen und 1941 wurde hier eine Adolf-Hitler-Schule, auch Napola genannt (Nationalsozialischtische Erziehungsanstalt) eingerichtet. Den Blankenhainer Bürgern ist es zu verdanken, dass die Russische Armee das Schloss nach dem Krieg nicht abreißen ließ. Durch die Bodenreform der DDR wurden die Schloss-Besitzer enteignet und das 350 Hektar große Rittergut aufgeteilt.

Ein Agrar- und Landwirtschaftsmuseum entsteht

Das Landwirtschaftsmuseum wurde 1981 auf dem Schloss-Gelände eröffnet und enthält über 100 Ausstellungs-Themen. So widmet man sich der historischen Entwicklung Mitteldeutschlands zwischen 1945 und 1990, sowie auch Themen des ländlichen Verkehrs und der Landtechnikentwicklung Ende 19. bis Mitte 20. Jahrhundert. Darunter befinden sich viele alte Traktoren und einmalige Zeugnisse wie ein Raupenschlepper der Berliner Firma Stock. Höhepunkt ist das jährlich stattfindende Traktorentreffen. Seit 2006 trägt das Museum den Namen Deutsches Landwirtschaftsmuseum.

Alte Handwerkstraditionen wie das Bierbrauen lernen

30.000 Besucher zählt das Museum Jahr für Jahr, dass einen Schwerpunkt im Bereich Handwerk und Technik setzt. So lernt man viel über das damalige Bier-Brauwesen im Hof eigenen Sudhaus mit Kühlschiff, Eishaus, Gär- und Lagerkeller. In der eigenen Schmiede kann man den Meistern über die Schulter sehen. Auch das Handwerk des Böttchers und Pichers (Fassbauer), Stellmachers (Radmacher) wird in Schauvorführungen gezeigt.

Brauerei links und Vorgebäude
Brauerei links und Vorgebäude

Zeitgeschichte und Alltagskultur

In den Gebäuden des Ritterguts gibt es auch eine große Ausstellung zum Alltagsleben zwischen 1925 und 1945. Darunter ein Schulraum, Bibliothek, Räume von Heimatvertriebenen, einer Landarztpraxis sowie Einrichtungen aus der Zeit der DDR. Neben einem Konsum einem ABV-Büro (Abschnittsbevollmächtigter der Volkspolizei) darf natürlich auch eine SERO-Annahmestelle (Sekundärrohstoffe / Recycling) nicht fehlen. Letztlich kommen auch Garten-Freunde voll auf Ihre Kosten. Besucher können hier etwas über Nutzpflanzen oder die Verwendung von Kräutern im eigenen Bauern- und Kräutergarten lernen. Letztlich befindet sich auf dem weitläufigen Anwesen mit Teichen noch eine Jagd-, Gartensalon- und Bauausstellung. Es ist also für jeden etwas dabei.

Agrarflieger vor dem Museum
Agrarflieger vor dem Museum

Link zum Museum: www.deutsches-landwirtschaftsmuseum.de

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Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte sowie Altenburg.

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