BilderBurgen und Schloesser

Schloss Rochsburg Tront majästetisch auf einem 50 m hohen Felssporn

Am schönen Lauf der Zwickauer Mulde gelegen, thront Schloss Rochsburg seit 1190 auf einem Felssporn von 50 Meter Höhe.

Bereits 1190 wurde die Rochsburg erwähnt

Um 1190 wird namentlich erstmals ein Guntherus de Rohsberg in einem Schriftstück der Wettiner genannt.
Die Burggrafen (einem Landesherren unterstellter Herr) von Altenburg werden hingegen 1283 als Lehnsnehmer der Burg genannt. Ein Lehnsnehmer bewirtschaftet ein Gut/Land im Gegenzug für Treue zum Lehnsherren. 1296 wird die „Castrum Burggravii Rochsburg“ sogar zum bevorzugtem Wohnort von Dietrich II. von Altenburg. Im Laufe der Zeit wechselte die Burg häufiger den Besitzer. So ging sie 1329 an Otto von Leisnig, 1448 an die Herrn zu Gera sowie 1467 an den den Grafen von Hohnstein.

Von der Burg zum Wohnschloss

In die wehrhafte Burganlage gelangt man über eine Zugbrücke über den Halsgraben. Dahinter befindet sich das Torturm und der Zwinger. Dieser ist mit einem Wehrgang von außen geschützt. Über ein zweites Tor gelangt man in den Wirtschaftshof mit der Bastion. Dieser Bereich ist ebenfalls mit hohen Mauern eingefasst und endet mit dem Pulverturm. Erst von diesem Innenhof kommt der Besucher in die Hauptburg mit Bergfried, Palas, Ziehbrunnen (53 m tief) und einer Schlosskapelle. Ihr heutiges Äußeres verdankt sie der Spätgotik und Renaissance zwischen 1470 und 1548. Hugold IV. von Schnleinitz baute die Anlage zu einem Schloss nach Vorbild des kurfürstlichen Schlosses in Dresden aus. Betreut wurden die Arbeiten von damals bekannten Oberlandesbaumeister Arnold von Westfalen.

Die Grafen von Schönburg

Nach mehreren Bränden im Schloss in der Zeit des Schmalkaldischen Krieges (Kaiser Karl V. gegen einen Bund protestantischer Fürsten) wurde die Anlage von den Brüdern Götz und Heinrich von Ende aus Kriebstein an die Grafen Georg, Hugo und Wolf II. von Schönburg veräußert. Bis zur Bodenreform im Jahr 1945 war die Rochsburg im Besicht der Grafen von Schönburg. Bei dieser Familie handelt es sich um ein altes sächsisch-thüringische-Adelsgeschlecht (historischer Hochadel = Fürstlicher Rang). Zeitweise in Böhmen ansässig, ist der Sitz der Familie die Schönburg am Fluss Saale bei Naumburg in Sachsen-Anhalt.

Die Kapelle St. Anna und das Burgmuseum

Im Südflügel des Schlosses befindet sich die Burgkapelle St. Anna. Eindruckvoll ist ihr wiederherstelltes
Netzrippengewölbe, das 1532 von Caspar Kraft erschaffen wurde. Der Sandsteinaltar stammt hingegen vom Bildhauer Andreas Lorenz und wurde 1576 im Stil der Spätrenaissance errichtet. Nachdem das Schloss auch zwischenzeitlich als Jugendherberge diente, richtete man bereits 1911 ein Museum im Gebäude ein. Die sehenswerte Schlossanlage mit seinem Museum können heutzutage von Dienstag bis Sonntag besucht werden. Daneben lädt das Cafe & Schokoladenmanufaktur Choco del Sol im Wirtschaftshof zum Verweilen ein.

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Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte sowie Altenburg.

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