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Spielkartenfabrik Altenburg Die Poker-Karten-Fabrik

Die Altenburger und Stralsunder Spielkartenfabrik (ASS) hat Ihren Sitz im schönen Altenburg in Thüringen. Die Kartenfertigung hat hier eine 500 jährige Tradition.

Die Gründung der Spielkartenfabrik in Stralsund

Johann Kaspar Kern gründete 1765 in der Hansestadt Stralsund eine Fabrik für Spielkarten, die 28 Jahre später von Georg Friedrich Schlüter geführt wurde. Später gelangte das Unternehmen in den Besitz der Familie von der Osten, die das Unternehmen 1872 mit den beiden Stralsunder Spielkartenherstellern von Ludwig Heidborn und Theodor Wegener vereinigte. Der Name der neuen Gesellschaft lautete Vereinigten Stralsunder Spielkarten-Farbriken Aktien-Gesellschaft Stralsund (VSS A.G.). Das Kontor lag am Knieperwall 1a nahe des bekannten Kütertor in der Altstadt Stralsunds.

Ab 1882 nehmen Wachstum und Übernahmen stark zu

Die Nachfrage nach Spielkarten war immens, und so entschloss man sich 1882 mit der Übernahme des Mitbewerbers Lennhoff & Heuser in Frankfurt am Main, dessen populäre Kartenbilder den Absatz zusätzlich ankurbelten. In der Folge wurden bis 1907 fünf weitere Konkurrenten aufgekauft und integriert. Im selben Jahr stellte die VSS über 3 Millionen Spielkarten mit 235 Mitarbeitern her und war damit der größte deutsche Anbieter. Der Großteil wurde ins europäische Ausland exportiert. Bereits vor der Jahrhundertwende hatte man bereits auf das günstigere Buchdruckverfahren umgestellt.

Die Altenburger Spielkartenfabrik entsteht 1832

1832 wird die Altenburger Spielkartenfabrik von den Brüdern Bernhard und Otto Bechstein gegründet. Die Erlaubnis zur Herstellung von deutschen und französischen Spielkarten unter dem Namen Herzogliche Sächsische Altenburger Concessionierte Spielkartenfabrik erteilt ihnen das dortige Herzogtum Sachsen-Altenburg. Jedoch erst als die Brüder um das Verbot für den Verkauf fremder Karten durch fliegende Händler bitten, gelangt die Unternehmung 1840 in die Gewinnzone. 57 Jahre später übernahm die Stralsunder ASS den Betrieb. 1931 verlegte Sie den Firmensitz in das zentrale Altenburg und schloss die Fabrikation in Stralsund. Auch das Internationale Skat-Gericht hat seit 1927 seinen Sitz in Altenburg.

Nach 1946 bestehen zeitweise zwei Altenburger Spielkartenfabriken

Nach dem 2. Weltkrieg bestehen zwei Altenburger Spielkartenfabriken. Die Vereinigte Altenburger und Stralsunder Spielkartenfabrik (ASS AG) in Mannheim, ab 1956 in Leinfelden sowie der volkseigene Betrieb VEB Altenburger Spielkartenfabrik Altenburg Thüringen. Die Produktion der VEB wurde nach der Demontage des Werkes durch die Siegermächte bereits am 3. Mail 1946 wieder aufgenommen. Als Firmenlogo diente das Coeur (Herz).

Beide Firmen finden 2002 wieder zusammen

Nach der Wende wird die VEB durch die Treuhand an F. X. Schmidt verkauft, die später von Ravensburger übernommen wurde. Die westdeutsche Schwester wurde hingegen nach Konkurs 1996 von der Blatz-Gruppe (Schmidt Spiele) aus Berlin übernommen. Kurz nach der Jahrtausendwende werden beide Betriebe vom belgischen-flandrischen Spielkartenhersteller Cartamundi aus Turnhout (nahe Antwerpen) übernommen und somit wiedervereint. Der Name der beiden Betriebe lautet nun nach 250 Jahren Geschichte ASS Altenburg.

Spiele des Jahres aus dem Hause ASS Altenburger

Durch den Erwerb von Scheer Spiele GmbH aus Marktheidenfeld ist die ASS Altenburger mittlerweile in der Lage auch Spielpläne, Schachteln und Stanzteile für Brettspiele herzustellen. Über den eigenen Online-Shop kann man sich beliebte Karten- und Brettspiele für Jung und Alt direkt nach Hause liefern lassen. Darunter befinden sich bekannte

  • Quartetts
  • Poker
  • Skat
  • Rommé
  • Canasta
  • Bridge
  • oder Spiele des Jahres wie „Dominion“

Link zum Online-Shop der Altenburger Spielkartenfabrik: ASS-Shop

Die Spielkartenfertigung hat eine 500 jährige Tradition in Altenburg

Die Herstellung von Spielkarten hat in Altenburg Tradition. Bereits über 500 Jahre werden in der ehemaligen Residenzstadt Spielkarten hergestellt. Auf Schritt und Tritt findet man in der schönen Altenburger Altstadt Motive im Pflaster mit Herz, Kreuz, Karo und Piek sowie im Logo der Stadt. Auch das Internationale Skat-Gericht hat hier seit 90 Jahren seinen Sitz. Hoch über Stadt mit seinen roten Dächern thront das Residenz-Schloss Altenburg. Im dortigen Museum gibt es eine große und sehenswerte Ausstellung zur Geschichte der Spielkarten. In Stralsund befindet sich zudem die Museumswerkstatt „Spielkartenfabrik Stalsund“ (Spiefa), wo man bei der Herstellung von Karten zusehen kann.

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Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte sowie Altenburg.

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