Burgen und Schloesser

Burg Posterstein 800 Jahre alte Ritterburg auf einem Bergsporn

Die Burg Posterstein liegt am Tal der Paitzdorfer Sprotte im Altenburger Landkreis. Das 800 Jahre alte Rittergut liegt auf einem Bergsporn und enthält ein Museum. Ehemals diente die Anlage der Sicherung der deutsch-slawischen Grenze, später war sie Streitpunkt zwischen dem König von Böhmen und den Markgrafen von Meißen.

Erste Erwähnung der Burg Posterstein

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Eine erste Erwähnung der Burg findet sich in einer Urkunde vom Bischof aus Naumburg an der Saale aus dem Jahr 1191. Darin ist die Rede von Gerhardus de Nubodicz und seiner Mutter Mechthilde “vom Steinne” (Burg Posterstein). Auch der Ort Nöbdenitz kurz vor der Ortschaft Posterstein wird erwähnt. Er sollte bis 1575 im Besitz der Familie bleiben. Nubodicz war damals Reichsminister unter Kaiser Barbarossa.

Der Kaiser ließ viele Burgen im Gebiet bauen, um den slawischen Einfluss zurück zu drängen und die Grenze zu sichern. Der am Ort vorhandene Bergsporn oberhalb des Flüsschen Sprotte erwies sich als strategisch günstig für den Bau einer solchen Burg. So wurde das bisherige Anwesen in Nöbdenitz aufgegeben und die Burg Posterstein erbaut. Nach der Familie Nubodicz waren bis ins Jahr 1306 verschiedene Adelige Familien im Besitz der Burg. Darunter Ritter Gerhard der Mittlere und Eberherd von Stein.

   

Wettiner und die Vögte aus dem Haus Reuß

Wappen des Hauses Reuß 1279
Wappen des Hauses Reuß 1279

Im 14. Jahrhundert wurde die Burg Reichslehen der Vögte aus dem Haus Reuß. Die Adelsfamilie Reuß war ein Thüringisches Uradelsgeschlecht im nach ihm benannten Vogtland (Region um die sächsische Stadt Plauen). Es ging auf die Vögte von Plauen und die Vögte von Weida zurück, die von der Osterburg Weida aus regierten. Ein Lehen war im Mittelalter ein Stück Land, dass eine Person erhielt, wenn diese sich in den Dienst eines Herren stellte. Die zerstrittenen Vögte aus dem Vogtland waren in die Adelshäuser Plauen, Weida und Gera aufgeteilt. Bei der Teilung des Hauses Plauen im Jahr 1305 in Reuß ältere Linie (Plauen) und Reuß jüngere Linie (Greiz), verblieb Posterstein unter der Herrschaft der jüngeren Linie. Fortan war das Rittergut, wie auch die Stadt Schmölln den Reußen bis ins 18. Jahrhundert lehenspflichtig lehenspflichtig.

Der Vogtländische Krieg ändert die Machtverhältnisse

Im Vogtländischen Krieg von 1354 bis 1357 stellten sich die Vögte von Plauen zum Schutz unter die Lehenshoheit der böhmischen Könige. Auf der anderen Seite wandten sich die Vögte von Weida und Gera jedoch dem Haus der Wettiner zu. Nach der Auseinandersetzung gerieten die Vögte unter die Kontrolle des Römisch-deutschen König Karl IV. (König von Böhmen) sowie den Wettinern aus Meißen. Das konkurrierende Adelshaus der Wettiner übte zu dieser Zeit vom neu geschaffenen Amt Altenburg und dem Schloss Altenburg Kontrolle aus. 1528 wurde die Burg von Nickel von Ende an die Familie von Pflugk verkauft, die sie dann bis 1718 in ihrem Besitz hielten. Aus dieser Zeit stammt auch der Name der Burg, der sich von “Postern zum Steine” zu Posterstein entwickelte.


Motiv Burg Posterstein
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Familie von Pflugke auf Burg Posterstein

Georg von Pflugk
Georg von Pflugk
Buchtipp: Thüringens Schlösser und Burgen
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Unter den Pflugks wurde das 192 Quadratmeter große Rittergut als auch die Burgkirche ausgebaut. Man erwarb zudem Markt- sowie Bergbau-Rechte, um die regelmäßigen Einnahmen zu erhöhen. In der Folge entwickelte sich Posterstein zu einem Ort mit Marktrecht und ansässigen Handwerkern. Nach 200 Jahren endet die Herrschaft der Pflugks. 1724 wurde Reichsgraf Jakob Heinrich von Flemming, ein enger Vertrauter August des Starken von Sachsen und hoher Staatsdiener, neuer Besitzer der Burganlage. Zuletzt war die Angehörigen der Familie Herrmann von 1833 bis 1945 Burgherren auf Posterstein. Ihre Grabstätten findest du zu Füßen der Burgkirche. Auf dem neu entstandenen Mustergut für Saatzuchtgut machte zwischen 1917 und 1919 der Schriftsteller Hans Fallada eine Ausbildung.

Museum in der Burg Posterstein

Im Jahr 1946 ging die Burg im Zuge der Bodenreform der DDR in Staatsbesitz über. In den Räumlichkeiten richtete man ein Kinderheim mit Museum ein. Auch Vertriebene aus den Ostgebieten fanden hier eine erste Zuflucht. Im Zuge mangelnder Baupflege und Wassereinbrüche erfolgte 1952 der Abriss des Nordflügels.

Schließlich unterzog man Burg Posterstein zwischen 1891 und 1991 einer gründlichen Restaurierung. Auch das Herrenhaus des Rittergut wurde vor Kurzem renoviert und für Sozial- und Wohnzwecke hergerichtet. Die Burg und das Museum mit wechselnden Ausstellungen können ganzjährig besichtigt werden. Vom 25 Meter hohen Burgturm hast du eine fantastische Sicht ins Umland. Von Zeit zu Zeit finden auch Burgfeste statt, auf denen Ritter-Tourniere stattfinden.

Burg Posterstein auf der Karte:

Christoph Janß

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