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Mauritianum Museum zur Natur & Tieren der Region

Das naturkundliche Museum Mauritianum wurde 1908 erbaut. Die Sammlung geht auf die Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes von 1817 zurück. Sie umfasst Präparate von Vögeln, Schmetterlingen, Insekten, Pflanzen und Mineralien der Region. Auch viele Büchern und Forschungsergebnisse namhafter Naturforscher sind vorhanden.

Sammlung der Naturforschenden Gesellschaft im Osterland

Freunde der Naturforschenden Gesellschaft
Freunde der Naturforschenden Gesellschaft

Viele bekannte Naturforscher aus dem Osterland, darunter Dr. med. Winkler, Christian Ludwig Brehm, Alfred Edmund Brehm oder Hermann Schlegel schlossen sich 1817 zur „Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes“ (bestand bis 1945) zusammen. Ehrenmitglied war der Darwinist Ernst Haeckel. Die Idee war das Wissen der Naturwissenschaften zu verbreiten und die Kenntnisse zur Natur der Heimat zu fördern. Zunächst umfasste die Sammlung Amethysten, versteinerte Muscheln, Elefantenzähne und Bernstein aus der Braunkohle sowie Meteoriten der Region. Diese wurden in Ihren Privathäusern in Altenburg und dem Residenzschloss untergebracht. Als die Sammlung um mehrere Hundert Fossilien, Menschen-Schädel  und Vögel zunahm, bezog die Gesellschaft ein Museum im Obergeschoss der Landesbank Altenburg am Brühl. 1876 zog die Sammlung in das Obergeschoss des neu errichteten Lindenau Museum an der Leipziger Straße, das damals noch Landesmuseum hieß.

Der Darwinist Ernst Haeckel aus Potsdam

Ernst Haeckel
Ernst Haeckel

Ernst Haeckel war Professor für Zoologie an Universität Jena. Neben Darwin, Lamarck und St. Hilaire war Haeckel der vierte Verfechter der Evolutionstheorie des Darwinismus. Darwinisten gingen davon aus, dass Erlerntes Wissen und körperliche Eigenschaften auf die nächste Generation übertragen wird. Mit dem heutigen Wissen über Gene und Mutationen wissen wir, dass dies ein Irrtum war. Eine zweite Annahme war, dass Vererbung nur von den Eltern auf die Kinder stattfindet. Forscher haben jedoch längst herausgefunden, dass es auch Kreuzung mit anderen Arten in der Natur geben kann. Zusätzlich spielen auch Viren eine wichtige Rolle bei Veränderung von Genen. Final glaubten die Darwinisten auch das der Hund von Fuchs, Wolf und vom Kojoten abstamme. Heute wissen wir, dass Hunde nur vom Wolf abstammen. Doch für eine Zeit in der Gene, Viren und die Kontinentalplatten noch bekannt waren, habe diese Wissenschaftler wichtige Basisarbeit geleistet.

   

Von der Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes wurde Haeckel 1892 im Friedrichgymnasium zum Ehrenmitglied ernannt.

 

Der Ornithologe Christian Ludwig Brehm aus Gotha

Alfred Brehm
Alfred Brehm
Ludwig Brehm
Ludwig Brehm

Christian Ludwig Brehm war Pfarrer und Ornithologe aus der Nähe von Gotha. Dessen Vater Alfred Edmund Brehm war der berühmte Verfasser der bekannten Tierenzyklopädie „Brehms Tierleben“. Christians Hauptinteresse galt jedoch Untersuchungen von Vögeln. Aus seiner Arbeit entstand das „Handbuch der Naturgeschichte aller Vögel Deutschlands“ mit einer ausführlichen Beschreibung von 900 Vogelarten in Deutschland. Hierfür erhielt der Gegner des Darwinismus später die Aufnahme in die Leopoldina Universität von Halle sowie ein Ehrendoktor der Uni Jena.

Mauritianum im Schnee

Der Herpetologe Hermann Schlegel aus Altenburg

Hermann Schlegel
Hermann Schlegel

Hermann Schlegels Weg führte schon früh in die Naturwissenschaft. Die Schmetterlings-Sammlung seines Vaters war hier Ausschlag gebend. Zuerst arbeitete der Freund von Christian Brehm am Naturhistorische Museum in Wien, später im holländischen Leiden. Ab 1866 wurde Schlegel Direktor des Völkerkunde-Museum in Bremen.

   

Schlegels Hauptinteresse galt den Reptilien von denen er 80 beschrieb. Den Darwinismus lehnt Schlegel ab, da er diesen für reine Spekulation hielt. Zu seinen umfangreichen Werken gehören u. a. Bücher zur Vogelwelt Japans und der Niederlande. Später wurde Schlegel Mitglied der Naturforscher der Leopoldina Universität zu Halle und der Zoologischen Gesellschaft „La Société Cuvierienne“ von Paris.

Erbauung des Naturkunde-Museum Mauritianum

Buchtipp: Steine, Minerale & Fossilien
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Um alle wertvollen Objekte an einem Ort ausstellen zu können, plante die Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes den Bau eines eigenen Naturkunde-Museum. Die Gesellschaft stellte bei der Regierung von Altenburg einen Antrag für die Mittel zur Errichtung eines neuen Ausstellungs-Gebäude, der auch genehmigt wurde. Das Grundstück im Schlosspark wurde darauf vom Herzog selbst gestiftet. Daraufhin ließ der Altenburger Baurat und Architekten Alfred H. Wanckel das Museumsgebäude erbauen.

Feierliche Eröffnung des Mauritianum im Jahr 1908

Das Mauritianum weist Elemente des Jugendstil und des Historismus auf und wurde 1908 feierlich eröffnet. Wanckel erbaute unter anderem auch das Altenburger Landratsamt und die Agneskirche. Der Zweiflügel-Neubau wurde eher zweckmäßig gestaltet im Stil einer barocken Orangerie. An der Außenfassade finden sich viele schöne Motive mit Fledermäusen, Samurai, Papageien und Affen. Der Name Mauritianum wurde zu Ehren des naturverbundenen Prinzen Moritz von Sachsen-Altenburg (1829-1907) gewählt. Das Wort „Moritz“ ist dem lateinischen Begriff „Mauritius“ entnommen.  Das Denkmal vor dem Museum zeugt von der Gründung. Dort steht geschrieben: Von Freunden der Naturforschung des In- und Auslandes errichtet im Jahr 1894.

Das Wort „Mauritius“ ist der lateinischen Begriff für „Moritz“.

 


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Sammlungen und Ausstellungsstücke im Mauritianum

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Die Sammlung des Museum umfasst geologische Mineralien aus dem Osterland und historisch bedeutsame Vogel Präparate. Daneben findet sich hier auch eine kostbare Schmetterlings-Sammlung. Darunter ein großer Eisvogel. Auch zu erwähnen ist die Botanische Sammlung heimischer Pflanzen. Neben der gut erhaltenen Bibliothek mit 6.000 Büchern , ist zuletzt auch eine ethnologische Sammlung mit Ausstellungsstücken Westafrikanischer Naturvölker zu sehen. Ein Highlight ist die riesige Kamtschatkakrabbe (auch Königskrabbe). Diese wurde zur Kaiserzeit um 1890-1895 zusammengetragen. Das Museum kann an jedem Tag der Woche, bis auf Montag besichtigt werden. Der Eintritt ist frei (bis auf Sonderveranstaltungen). Es wird jedoch um eine kleine Spende zur Erhaltung der Sammlung gebeten. Ein Großerteil der Sammlung befindet sich mittlerweile als Leihgabe im Museum für Natur- und Völkerkunde in der Lutherstadt Wittenberg.

Hier befindet sich das Mauritianum auf der Karte:

Christoph Janß

Hallo, ich bin Chris, Blogger und Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg. Ich habe ein Faible für Geschichte, Architektur sowie Naturaufnahmen. In meiner Werbeagentur Alster-Marketing.com helfe ich Kunden beim Online-Marketing sowie der Erstellung von Websites & Online-Shops.

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