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Altenburger Residenzschloss Bilderbuch Burg mit Spielkartenmuseum & Kapelle

Das Altenburger Schloss geht auf eine slawische Wallburg aus den Jahren um 800 nach Christus zurück. 976 wurde die Altenburg das erste Mal von Kaiser Otto dem III. erwähnt und durch einen deutschen Burgward (gesicherte Anlage mit Burg) ersetzt.

Altenburger Residenzschloss

Gebietssicherung durch Kaiser Barbarossa

Kaiser Friedrich Barbarossa ließ das Gebiet um den Fluss Pleiße über die Burg Altenburg sichern. Das sogenannte Pleißenland bildete die Brücke für den Verkehr von Waren und Personen von Nürnberg zum Harz. Auch die Besiedlung des Erzgebirges wurde über dieses Gebiet organisiert. Nach der Schlacht von Lücka 1307 ging das Altenburger Land in wettinischen Besitz über. Über 100 Jahre später sollte sich ein bedeutendes Ereignis auf dem Schloss erreignen.

Prinzenraub im Altenburger Schloss

Der bekannte sächsisch-thüringische Prinzenraub war ein historisches Ereignis und fand 1455 im Schloss zu Altenburg statt. Kunz von Kauffungen, ein sächsischer Adeliger und Ritter, entführte damals mit Wegbegleitern die beiden 11- und 14-jährigen Prinzen Ernst und Albrecht (die späteren Begründer von Sachsen und Thüringen). Er forderte vom Vater, dem Kurfürst von Sachsen (Friedrich der Sanftmütige) ein Lösegeld die Freilassung der Prinzen. Das Lösegeld sollte eine Art Entschädigung für dessen Beteiligung am Sächsischen Bruderkrieg auf Bitten des Kurfürsten sein. Kauffungen musste im Krieg die Enteignung seinen Rittergutes in Schweikershain und weiterer Ländereien hinnehmen. Da der Kurfürst die Forderung jedoch ablehnte, kam es zum Zwist. Noch im Erzgebirge wurden die ersten Entführer mit Prinz Albrecht gestellt. Der zweite Prinz Ernst konnte nach weiteren Verhandlungen freigelassen werden und Kauffungens Kameraden gingen ins Exil. Kunz von Kauffungen wurde später enthauptet.

Das Herzogtum Sachsen-Altenburg

Im 16. Jahrhundert wurde das Schloss dem Zeitgeist entsprechend, im Renaissance Stil umgebaut. 1603 entstand das Herzogtum Sachsen-Altenburg (Altenburger Linie) das bis 1672 Bestand hatte und seine Blütezeit unter Friedrich Wilhelm II. erreichte. Da es keinen Thronfolger gab, starb die Altenburger Linie aus und das Gebiet gelangte zu Gotha. Bis 1826 hieß das Territorium Sachsen-Altenburg-Gotha. Ab 1918 wurde das Gebiet Sachsen-Altenburg schließlich von Herzog Ernst I. und II. regiert, dass zuvor aus Erbteilungen entstand. Seit 1943 ist das Schloss im Besitz der Stadt Altenburg.

Residenzschloss Altenburg

Residenzschloss Altenburg

Burg und Kaiserpfalz

Die Burg wurde auf einem Porphyrfelsen (purpur farbenes Vulkangestein) errichtet. Die Königs- und Kaiserpfalz diente reisenden Königen und Kaisern als vorübergehender Wohnstützpunkt für das Regieren. Darunter befanden sich u. a. Kaiser Lothar III. und Friedrich I. (Barbarossa). Barbarossa baute die Kaiserpfalz von 1132 aus und besuchte diese zwischen 1165 und 1185 insgesamt sechs mal. Zwei Rundtürme der alten Burganlage sind noch erhalten. Darunter der Hausmannsturm aus dem 12. Jahrhundert, der als Bergfried die letzte Verteidigungspunkt und Zufluchtsort der Burg vor Feinden darstellte. Daneben besteht noch ein zweiter Wehrturm genannt „Flasche“ aus dem Jahr 1080. Die Anlage verfügt zudem über eine hochmittelalterliche Ringmauer sowie einer Zwingermauer aus dem späten Mittelalter und vier halbrunden Schalentürme. Die Burg, die später zum Wohn- und Residenzschloss ausgebaut wurde, kann durch den Triumphbogen oder das Torhaus betreten werden.

Haupthaus Corps de logis und Schlosskirche

Vom Innenhof gelangt man zum Haupthaus, genannt Corps de logis (franz. „Wohnkörper), das über prächtige Residenzräume verfügt. Darunter befindet sich der Bachsaal (auch Kirchensaal), Goldsaal und der barocke Festsaal. Das Haupthaus enthält auch das bekannte Schloss- und Spielkartenmuseum der Stadt Altenburg, welches ganzjährig besucht werden kann. Die Schlosskirche von 1404-1414 wurde von den Wettinern im gotischen Stil erbaut und verfügt über ein wunderschönes Kreuzrippengewölbe. Die Orgel stammt von Heinrich Gottfried Trost und nicht nur Johann Sebastian Bach spielte auf ihr. Die herzögliche Familie residierte vom 19. bis zum 20. Jahrhundert im Prinzenpalais Gebäude, dass vom Schlosshof zugänglich ist.

Der Schlosspark von Altenburg

Ab 1592 ließ Herzog Friedrich II., inspiriert durch seinen Reisen nach Italien, einen Garten im Stil der Renaissance anlegen. Später entstanden auf dem Areal beachtliche und wunderschöne Gebäude, darunter die Orangerie, das Teehaus sowie ein Lusthaus. Um 1874 errichtete die Adelsfamilie weitere prächtige Bauten auf der Parkanlage. In mitten eines prächtigen Baumbestandes findet sich das bekannte Lindenau Museum, der Herzog-Agnes-Gedächtniskirche und dem Naturkundlichen Museum Mauritianum.

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About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte sowie Altenburg.
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