Ein Bildungsschatz für Kunstfreunde – im Lindenau-Museum Die Sammlung Bernhard von Lindenau
Das Lindenau Museum in Altenburg ist eine der bedeutendsten Kultureinrichtungen Deutschlands. Die Sammlung mit Gemälden und etruskischen Keramiken, geht auf den Altenburger Staatsmann Bernhard August von Lindenau zurück. Im Jahr 2001 wurde das Museum ins Blaubuch aufgenommen und gehört seitdem zu den kulturellen Leuchttürmen in Mitteldeutschland. Bei dessen Ausstellung italienischer Tafelbilder, handelt es sich sogar um die größte außerhalb Italiens.

Die Architektur des Museums
Das Museumsgebäude wurde vom Architekten Julius Robert Enger entworfen und 1876 fertiggestellt. Enger war ein Schüler Gottfried Sempers, der die Semperoper in Dresden plante. Als Vorbild für das palastartige Museum, diente die von Semper entworfene Dresdner Gemäldegalerie im Stil der italienischen Hochrenaissance. Von der Münchner Pinakothek übernahm Semper zudem die architektonische Grundkonzeption mit einer achteckigen zentralen Rundbau Rotunde. Auf auf zwei Etagen beherbergt das Museum kunsthistorische Schätze vieler Epochen. In den Anfangsjahren hieß das Museum noch „Landesmuseum“. Im Obergeschoss war interimsweise die Sammlung der Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes untergebracht, bis diese 1908 in das neu erbaute Mauritianum umzog.
Etruskische Keramiken und antiken Plastiken

Das Kunstgebäude begrüßt seine Besucher mit einer Fülle kunsthistorischer Schätze. Darunter befinden sich über 180 frühe
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italienische Tafelmalereien des 13. bis 16. Jahrhunderts. Die Sammlung der “vorraffaelischen Malerei” aus der Vor- und Frührenaissance, ist sogar die größte außerhalb Italiens. Groß ist auch die Ausstellung von kunstvoll bemalte Vasen aus Athen und Korinth. Rund 400 Keramiken aus dem 7. bis 3. des vorchristlichen Jahrhunderts sind im Museum beheimatet. Berühmt geworden ist das Altenburger Museum auch durch seine Gipsformen. Diese wurden für viele Plastiken Plastiken, Reliefs und Relieffliesen der Antike sowie der Renaissance verwendet. Viele der Gipsfiguren für Statuen der Antike sind bereits über 150 Jahre alt.
Malereien des 15. bis 21. Jahrhunderts

Bemerkenswert sind auch die Malereien aus dem 15.-19. Jahrhundert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hanns-Conon von der Gabelentz Direktor des Lindenau-Museums. Unter seiner Regie erwarb man weitere Werke mit Porträts, Stillleben und Landschaften. Zu finden sind in Altenburg auch niederländische und französische Malereien des 17. und 18. Jahrhunderts mit Werken von Pieter Brueghel dem Jüngeren.
Ab dem Jahr 1945 wandte sich das Haus jedoch vermehrt dem Zukauf von Werken deutscher Maler des 20. und 21. Jahrhunderts zu. Darunter befinden sich beispielsweise Malereien von Otto Dix oder Gerhard Altenbourg. Den Grundstock hierfür bildeten jedoch die sieben Gemälde von Conrad Felixmüllers.
„Der Leuchtturm an der Blauen Flut – Das neue Lindenau-Museum und die Altenburger Trümpfe“
Bernhard August von Lindenau aus Altenburg

Der Altenburger Bernhard August von Lindenau, wurde 1779 auf dem Rittergut “Pohlhof” geboren. Heute befindet sich im letzten erhaltenen Rittergut der Stadt, das Standesamt von Altenburg. Bernhard von Lindenau war eine vielseitig talentierte und interessierte Person Er war zudem auch als Kunstsammler, Gelehrter und Staatsmann aktiv. Der Kosmopolit gehörte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des 19. Jahrhundert neben solch schillernden Figuren wie von Alexander von Humboldt oder Carl Friedrich Gauss. Lindenau wurde im Laufe seines Lebens sogar in die American Academy of Arts and Sciences gewählt (1822). Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften in Leipzig im Jahr 1798, gelangte Lindenau als Staatsbediensteter in das Herzogtum Sachsen-Altenburg-Gotha.
Der Astronom Lindenau

Durch sein großes Interesse an den Naturwissenschaften, kam er schnell in Kontakt zum Hofastronom der Sternwarte auf dem Seeberg, Franz Xaver von Zach. Bis zu Zachs Tod, verwaltete er dessen Finanzen und half ebenso in Rechtsfragen. Aus dieser Freundschaft entstand später die “Lindenau-Zachsche-Stiftung” zur Förderung von Talenten der Technik sowie der Kunst. Die Sternwarte bei Gotha war damals ein Zentrum europäischer Astronomie, zu der sich auch gerne Persönlichkeiten wie Carl Friedrich Gauß gesellten. Lindenau übernahm sogar interimsweise die Leitung der Warte und veröffentlichte aus Interesse die Zeitschrift “Zeitschrift für Astronomie und verwandte Wissenschaften“. Wenig später wurde das Observatorium von französischen Truppen geplündert. Dieses Ereignis bewegte ihn zu seiner Teilnahme an den Befreiungskriegen gegen Napoleon.
Lindenaus Werdegang zum Staatsmann
Nach dem Krieg wurde Bernhard von Lindenau 1817 Minister und Vize Kammerpräsident in Altenburg. Er rettete die hiesige Landesbank vor dem Bankrott, indem er die Landesgüter unter die Kontrolle des Landschaft stelle. Dieses Vorgehen bewahrte die Bank sowie viele Sparer vor dem sicheren Bankrott. Wenig später übernahm er für den kranken Herzog Friedrich IV. übergangsweise sogar die Regierungsgeschäfte. Seine Fähigkeiten verhalfen ihm im Jahr 1827 zum Posten des Direktors des Altenburger Landtags. Dort wirkte er an der neuen Verfassung des Landes mit. Wenig später zog es ihn jedoch weiter nach Dresden in Sachsen, wo er es bis zum Vorsitzenden des Gesamt Ministeriums sowie zum Innenminister brachte. Als Gesandter des Königreich Sachsen, vertrat er alsbald das Land im Bundestag in Frankfurt am Main. Seit dem 6. Dezember 1999 trägt der Platz vor dem Sächsischen Landtag, ein Asteroid sowie ein Mondkrater seinen Namen.

Das Vermächtnis von Bernhard Lindenau

Der private Kunstliebhaber Lindenau machte seine große Sammlung bereits im Jahr 1848 der Öffentlichkeit zugänglich. Das erste “Lindenau`sches Museum” wurde im elterlichen Pohlhof eingerichtet. Darunter befanden sich unter anderem über 400 antike griechisch-etruskische Keramiken sowie seine komplette Kunstbibliothek. Nach Lindenaus Tod im Jahr 1854 ging der Besitz der Sammlung an das Herzogtum Sachsen-Altenburg. Einzige Prämisse: Die Sammlung in einem neu zu errichtendes Museum für die Öffentlichkeit auszustellen. Aus dieser Vorhaben entstand schließlich das heutige Museum im Park von Schloss Altenburg.
Hier findest du das Lindenau Museum auf der Karte:
Wissenswertes zum Lindenau-Museum Altenburg
- Das Lindenau-Museum in Altenburg gehört zu den bedeutendsten Kunstmuseen Mitteldeutschlands.
- Gegründet wurde das Museum von Bernhard August von Lindenau, einem Kunstförderer und Staatsmann des 19. Jahrhunderts.
- Die Eröffnung des Museums erfolgte im Jahr 1876.
- Architekt Julius Robert Enger entwarf das Gebäude im Stil italienischer Renaissance-Paläste.
- Berühmt ist das Museum vor allem für seine italienische Tafelmalerei vom Mittelalter bis zur Renaissance.
- Die Sammlung zählt zu den wichtigsten italienischen Frührenaissance-Sammlungen außerhalb Italiens.
- Werke von Künstlern wie Botticelli, Fra Angelico und Filippo Lippi gehören zum Bestand.
- Neben Gemälden zeigt das Museum antike Vasen, Skulpturen und Gipsabgüsse klassischer Kunstwerke.
- Die graphische Sammlung umfasst mehrere zehntausend Zeichnungen und Drucke.
- Das Lindenau-Museum besitzt außerdem die weltweit größte Sammlung des Künstlers Gerhard Altenbourg.
- Seit 2020 wird das historische Museumsgebäude umfassend modernisiert und erweitert.
- Während der Bauarbeiten nutzt das Museum die Interimsstätte „Kunstgasse 1“.
- Sonderausstellungen finden derzeit unter anderem im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg statt.
- Die Sanierung zählt zu den größten Kulturprojekten Thüringens.
- Bund und Land investieren rund 48 Millionen Euro in die Modernisierung.
- Nach Abschluss der Arbeiten soll das Museum moderner, barrierefreier und energieeffizienter sein.
- Das Lindenau-Museum ist heute Teil des Museumsverbundes Altenburger Museen.
- Es gilt als kulturelles Zentrum des Altenburger Landes.
- Besucher schätzen besonders die Verbindung aus historischer Architektur und internationaler Kunstsammlung.
- Das Museum prägt das kulturelle Leben Altenburgs bis heute maßgeblich.
Häufig gestellte Fragen zum Lindenau-Museum
Wo befindet sich das Lindenau-Museum?
Das Lindenau-Museum befindet sich in Altenburg in Thüringen.
Wer gründete das Lindenau-Museum?
Das Museum wurde von Bernhard August von Lindenau gegründet.
Wann wurde das Museum eröffnet?
Das Lindenau-Museum wurde im Jahr 1876 eröffnet.
Warum ist das Lindenau-Museum bekannt?
Das Museum ist vor allem für seine bedeutende Sammlung italienischer Tafelmalerei bekannt.
Welche Künstler sind im Museum vertreten?
Zu den bekannten Künstlern gehören unter anderem Botticelli, Fra Angelico und Filippo Lippi.
Was zeigt das Lindenau-Museum neben Gemälden?
Das Museum besitzt antike griechische Vasen, Gipsabgüsse, Grafiken und moderne Kunstsammlungen.
Wer war Gerhard Altenbourg?
Gerhard Altenbourg war ein bedeutender deutscher Künstler und Grafiker des 20. Jahrhunderts.
Was ist die Kunstgasse 1?
Die Kunstgasse 1 dient derzeit als Interimsstandort des Lindenau-Museums während der Sanierung.
Warum wird das Lindenau-Museum saniert?
Das Gebäude wird modernisiert, erweitert und technisch erneuert, um Kunstwerke langfristig zu schützen.
Wann soll das Museum wiedereröffnen?
Die Wiedereröffnung des Hauptgebäudes wird derzeit frühestens für 2027 oder 2028 erwartet.
Gehört das Museum zu den Altenburger Museen?
Ja, seit 2020 ist das Lindenau-Museum Teil des Verbundes Altenburger Museen.
Kann man das Lindenau-Museum aktuell besuchen?
Ja, Teile der Sammlung und Sonderausstellungen sind weiterhin an Interimsstandorten zugänglich.













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